BeSo-Liste 2.0
Checkliste zum Beobachten von Sprachauffälligkeiten online
© 2025 | Hs.-Prof. Dr. Jörg Mußmann | Praxis Sprache inklusiv
FORMALE ANGABEN
1. Angabe zu Beteiligten
AUSSPRACHE
AUSSPRACHE I: Die Aussprache ist schwer verständlich.
Die Verständlichkeit der kindlichen Aussprache ist eingeschränkt – einzelne Laute oder ganze Wörter sind schwer oder gar nicht zu erkennen. Dies kann auf phonetische oder phonologische Auffälligkeiten hinweisen:
AUSSPRACHE II: Laute werden falsch gebildet (z.B. „k") oder ersetzt (z.B. „d" statt „k").
Bei Aussprachestörungen können einzelne Laute falsch gebildet werden (z.B. "s"), durch andere ausgetauscht (z.B. "Tanne" statt "Kanne" oder ganz ausgelassen werden (z.B. "Nane" statt "Banane").
AUSSPRACHE III: Laute können vom Kind nicht unterschieden werden (hört z.B. „Kanne" statt „Tanne").
Dieses Item erfasst phonologische Verarbeitungsprobleme, insbesondere Defizite in der auditiven Diskrimination von Lauten.
WORTSCHATZ
WORTSCHATZ I: Handlungen oder Objekte werden nicht genau oder unmittelbar benannt (z.B. „machen" statt „basteln").
Dieses Item bezieht sich auf Auffälligkeiten beim lexikalischen Zugriff und bei der semantischen Präzision im Wortgebrauch.
WORTSCHATZ II: Bei unbekannten und neuen Wörtern fragt das Kind nach.
Dieses Item erfasst ein sprachlich-kognitives Kompetenzverhalten: Das Kind zeigt Interesse an Sprache und stellt aktiv semantische Bezüge her.
WORTSCHATZ III: Bezeichnet neu eingeführte Begriffe oder Inhalte nach kurzer Zeit korrekt.
Dieses Item misst die Fähigkeit zur schnellen Aufnahme und aktiven Verwendung neuer Wörter.
GRAMMATIK
GRAMMATIK I: Sätze sind unvollständig
Dieses Item bezieht sich auf syntaktische Auffälligkeiten, insbesondere auf das Fehlen wesentlicher Satzglieder sowie auf verkürzte oder abgebrochene Strukturen im Satzbau.
GRAMMATIK II: Kasus, Plural, Partizipien
Das Kind zeigt Auffälligkeiten beim Bilden grammatischer Wortformen, insbesondere bei Kasus, Plural, Partizipien.
GRAMMATIK III: Nebensätze werden nicht oder ohne Konjunktion (z.B. „weil") oder mit falscher Wortstellung gebildet
Dieses Item bezieht sich auf die Fähigkeit des Kindes, Nebensätze korrekt zu verwenden.
REDE- und GESPRÄCHSFÄHIGKEIT
REDE- und GESPRÄCHSFÄHIGKEIT I: Im Gespräch werden wenig oder keine Fragen, Nachfragen, Bitten oder wenn erforderlich Begrüßungen oder Entschuldigungen geäußert.
Dieses Item erfasst pragmatische Auffälligkeiten im Gesprächsverhalten des Kindes, insbesondere beim Einhalten kommunikativer Routinen.
REDE- und GESPRÄCHSFÄHIGKEIT II: Die Rede ist nicht flüssig, es gibt Lautwiederholungen und Blockierungen.
Dieses Item bezieht sich auf Redeflussstörungen, insbesondere auf Symptome wie Laut- oder Silbenwiederholungen, Dehnungen und Sprechblockaden.
REDE- und GESPRÄCHSFÄHIGKEIT III: Die Stimme klingt langandauernd auffällig (z.B. rau oder heiser).
Dieses Item erfasst Stimmauffälligkeiten, die über einen längeren Zeitraum bestehen und die Kommunikationsfähigkeit beeinträchtigen können.
REDE- und GESPRÄCHSFÄHIGKEIT IV: Gibt es Situationen, in denen das Kind zu Personen überhaupt nicht spricht, obwohl es erwartet wird?
Dieses Item prüft, ob das Kind in bestimmten sozialen Situationen gar nicht spricht, obwohl es erwartet wird.
Ergänzende Beobachtungen
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